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Wanderung
- Hermann Hesse
- Dem Andenken Knulps
Sei nicht traurig, bald ist es Nacht,
Da sehn wiruber dem bleichen Land
Den kuhlen Mond, wie er heimlich lacht,
Und ruhen Hand in Hand.
Sei nicht traurig, bald kommt die Zeit,
Da haben wir Ruh. Unsre Kreuzlein stehen
Am hellen Strassenrande zu zweit,
Und es regnet und schneit,
Und die Winde kommen und gehen.
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Felder
- Hermann Hesse
Uber den Himmel Wolken ziehn,
Uber die Felder geht der Wind,
Uber die Felder wandert
Meiner Mutter verlorenes Kind.
Uber die Strasse Blatter wehn,
Uber den Baumen Vogel schrein -
Irgendwo uber den Bergen
Muss meine ferne Heimat sein.
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Heimkehr
- Hermann Hesse
Nun bin ich lang gewesen
Im fremden Land zu Gast,
Und bin doch nicht genese
Von meiner alten Last.
Ich suchte allerorten
Das was die Seele stillt
Nun bin ich stiller worden
Und neu zum Leid gewillt.
Komm her, gewohntes Leiden,
Ich wurde satt der Lust.
Wir wollen wieder streiten
Und ringen Brust an Brust.
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Herbst
- Hermann Hesse
Ihr Vogel im Gestrauch,
Wie flattert euer Gesang
Den braunenden Wald entlang
Ihr Vogel, sputet euch!
Bald kommt der Wind, der weht,
Bald kommt der Tod, der maht,
Bald kommt das graue Gespenst und lacht,
Dass uns das Herz erfriert
Und der Garten all seine Pracht
Und das Leben all seinen Glanz verliert
Liebee Vogel im Laub,
Liebe Bruderlein,
Lasset uns singen und frohlich sein,
Lasset uns singen und frohlich sein,
Bald sind wir Staub
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Wolken
- Hermann Hesse
O schau, sie schweben wieder
wie leise Molodien
Vergessener schoner Lieder
Am blauen Himmel hin!
Kein Here kann sie verstehen,
Dem nicht auf langer Fahrt
Ein Wissen von allen Wehen
Und Freuden des Wanderns ward.
Ich liebe die Weiben, Losen
Wie Sone, Meer und Wind,
Weil sie der Heimatlosen
Schwestern und Engel sind
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Blatt
- Hermann Hesse
Jede Blute will zur Frucht,
Jeder Morgen Abend werden,
Ewiges ist nicht auf Erden
Als der Wandel, als die Flucht.
Auch der schonste Sommer will
Einmal Herbst und welke spuren
Halte, Blatt, geduldig still
Wenn der Wind dich will entfuhren.
Spiel dein Spiel und wehr dich nicht,
Lab es still geschehen,
Lab vom Winde, der dich bricht,
Dich nach Hause wehen.
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Auf Wanderung
- Hermann Hesse
Sei nicht traurig, bald ist es Nacht,
Da sehn wir uber dem bleichen Land
Den Kuhlen Mond, wie er heimlich lacht,
Und ruben Hand in Hand.
Sei nicht traurig, bald kommt die Zeit,
Da haben wir Ruh. Unsre Kreuzlein stehen
Am hellen Strassenrande zu zweit,
Und es regnet und schneit,
Und die Winde kommen und gehen.
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Without You
- Hermann Hesse
My Pillow gazes upon me at night
Empty as a gravestone;
I never thought it would be so bitter
To be alone,
Not to lie down asleep in your hair.
I lie alone in a silent house,
The hanging lamp darkened,
And gently stretch out my hands
To gather in yours,
And softly press my warm mouth
Toward you, and kiss myself, exhausted and weak-
Then suddenly I'm awake
And all around me the cold night grows still.
The star in the window shines clearly-
Where is your blond hair,
Where your sweet mouth?
Now I drink pain in every delight
And poison in every wine;
I never knew it would be so bitter
To be alone,
Alone, without you.
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